Themen

Willkommen beim Blog der Progress Austria

Die Euronie 2017

Pascal Dreier - Mittwoch, März 29, 2017

Zum Download nachstehenden Link öffnen:

Die Euronie März 2017

Freiberufler & Digitalisierung?

Pascal Dreier - Montag, März 20, 2017
Auch im Bereich der freien Berufe, wie der Medizin oder der Juristerei, wird es maßgebliche Veränderungen durch die kommende Digitalisierung geben.

So sollen künftig Sensoren  in unseren Kleidungsstücken unsere Werte bzw Vitaldaten messen und automatisch analysieren lassen. Eine drohende Unterzuckerung soll so zum Beispiel bereits Stunden davor angekündigt werden. 
Auch im juristischen Bereich werden viele Aufgaben künftig durch Algorithmen erledigt. Mit dem sogenannten „Legal Tech“ sollen juristische Hilfstätigkeiten automatisiert werden um die Rechtsfindung zu erleichtern.

Diese Automatisierung wird eine „Revolution“ für den Beruf des Juristen darstellen. Dies gilt insbesondere für Verträge. Das Berliner start-up Leverton hat zum Beispiel ein Programm entwickelt, mit dem hunderte Seiten von Vertragsmaterial innerhalb von Minuten gescannt werden können. 

Wichtige Daten werden so blitzschnell herausgefiltert und zur Verfügung gestellt. Schneller und billiger als es ein Jurist jemals sein könnte. Doch dieser Wandel kann ebenso als Chance gesehen werden. Sind doch nur die 
einfachen juristischen Arbeiten davon betroffen, die sich leicht automatisieren lassen und bei genauerer Betrachtung gar keinen Anwalt benötigen. 

Bei der Bewertung von Informationen und beim Erteilen von Ratschlägen scheitern diese Systeme jedenfalls noch. 


Kassenkraft adé?

Pascal Dreier - Donnerstag, März 16, 2017
Die voranschreitende Digitalisierung und Automatisierung ist prinzipiell schon so weit in den Lebensmittelpunkt vorgedrungen, dass es eigentlich den Anschein erweckt eine Behandlung des Themas wäre überflüssig. 

n Zeiten, in denen die Jugend als „digital natives“ (d.h. als „digitaler Ureinwohner“, der mit allen Aspekten der digitalen Welt aufgewachsen ist) bezeichnet wird, scheint auch ein verständiger Umgang mit dem Thema Digitalisierung als selbst verständlich. Man meint, zu wissen, welche Folgen das haben werde und bislang erleichterte es doch nur den Alltag. Welche Auswirkungen diese Entwicklungen haben können, werden wir versuchen in diesem Beitrag zu erörtern. Ohne Folgen werden sie jedoch gewiss nicht bleiben. 
Stellen Sie sich vor: Sie gehen in einen Supermarkt, um Lebensmittel für den täglichen Bedarf einzukaufen. Sie nehmen die Produkte ihrer Wahl und anstatt nun lange an einer Kasse anzustehen, an der womöglich ganz vorne eine Person nach den letzten Kleingeldreserven in ihrer Brieftasche sucht, gehen Sie einfach aus dem Laden. Gezahlt wird mit Handy, Kreditkarte oder einem anderem Tool, ganz einfach indem Sie durch einen Sensor am Ausgang spazieren. Kein Anstellen, kein Warten, kein Bedarf das Kleingeld zu zählen. Ein erledigter Einkauf binnen weniger Minuten.

Diese Vorstellung ist jedoch keine ferne Utopie, sondern in einer ähnlichen Form bereits in Filialen eines großen Online-Buchhändlers realisiert. Eine abgeschwächte Form gibt es bereits in vielen städtischen Filialen, vielen als Express-Kassen bekannt. Anstatt einer Kasse kann ein Verkäufer nun um die sechs Kassen betreuen. Der Kunde scannt selbst die Produkte und nimmt damit einen Großteil der Arbeit einer Fachkraft an der Kasse ab. Die Entwicklung wird voraussichtlich in die oben genannte Richtung weitergehen. 

Mit Weitsicht sollte man wohl folgerichtig die vielen Jugendlichen auf die Risiken aufmerksam machen, die mit diesen Fortschritten im Rahmen des Einzelhandels möglich sind. Soetwas findet jedoch einfach nicht statt. In einer Studie aus dem Jahr 2014, welche von der Arbeiterkammer Wien in Auftrag gegeben wurde, wird der Handel weiter als wichtige Ausbildungsbranche bezeichnet und man verwies auf 125.000 gemeldete Lehrlinge im Jahr 2012. Rund 15% aller Lehrlinge in Österreich werden im Handel ausgebildet. Bei Frauen kommt über alle Lehrberufe hinweg sogar jede Dritte Lehrabsolventin aus der Handelsbranche. Insgesamt dominieren Frauen im Handel mit einem Anteil von 70%.

Diese weisen „im Vergleich zur Gesamtwirtschaft zudem einen geringeren Anteil bei den höher Qualifizierten auf“. Daher werden vor allem Frauen von dieser Änderung im Einzelhandel betroffen sein. Positiv kann hervorgehoben werden, dass im Handel der Anteil junger Arbeitskräfte deutlich höher ist als in anderen Bereichen der Wirtschaft. Dies trifft besonders auf den Einzelhandel zu. Eine höhere Anpassungsfähigkeit kann daher wohl angenommen werden. Auch der Anteil der Teilbeschäftigungen ist durch alle Altersgruppen hindurch deutlich über dem Durchschnitt hinsichtlich der Gesamtwirtschaft.
Nach der Studie der AK Wien besteht sogar „ein steigender Bedarf an gut ausgebildeten FacharbeiterInnen“. Eine ausreichende Behandlung des Themas der Automatisierung und Digitalisierung im Einzelhandel wäre dringend nötig. Dies bereits mit dem Fokus auf die soziale Sicherheit der Mitarbeiter. 

Die passende Technik gibt es bereits und sie ist in den USA auch bereits im Einsatz. Als Folge könnten in den nächsten Jahrzehnten sehr viele Beschäftigungsverhältnisse in diesem Bereich eingespart werden.


Quellenliteratur:
-Polly/Edlmayr/Huemer/Horvath/Michenthaler, Beschäftigung im Handel Studie im Auftrag der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien 
- Carl Benedikt Frey and Michael A. Osborne, THE FUTURE OF EMPLOYMENT: HOW SUSCEPTIBLE ARE JOBS TO COMPUTERISATION? (2013)<http://www.oxfordmartin.ox.ac.uk/downloads/academic/The_Future_of_Employment.pdf> 
- Introducing Amazon Go and the world’s most advanced shopping technology < https://www.youtube.com/watch?v=NrmMk1Myrxc>




Digitaler Darwinismus?

Pascal Dreier - Donnerstag, März 16, 2017
Ist das 21. Jahrhundert das Zeitalter des digitalen Darwinismus? Dieser von Karl-Heinz Land geprägte Begriff soll verdeutlichen, welche enormen Auswirkungen von der Digitalisierung ausgehen. 

Was bringt die voranschreitende Digitalisierung der Arbeitsabläufe mit sich? Wer wird davon betroffen sein? Inwieweit könnte dies Folgen auf die Gesellschaft und die Politik haben? Ist die Digitalisierung dabei im Bereich der digital natives ein unterschätztes Phänomen? 

Wenn technologische  Fortschritte schneller  vonstattengehen als  die Unternehmen sich anpassen  können, sollte der Weg für den  digitalen Darwinismus geebnet sein, so Karl-Heinz Land. Unternehmen oder gar ganze Branchen, die mit diesem Fortschritt nicht mithalten können, werden a la „survival of the fittest“ aussortiert. 

Dabei sind nicht bloß die wirtschaftlichen, sondern vor allem die sozialen und politischen Faktoren ausschlaggebend. Wenn ganze Betriebszweige oder Unternehmen aufgrund solcher Versäumnisse ihre Mitarbeiter freisetzen müssen, kann dies ab bestimmter Größen starke Auswirkungen auf das soziale Klima haben. Karl-Heinz Land verweist daher auf vergangene industrielle Revolutionen und deren Folgen, jedoch mit verstärktem Bezug auf ökonomische Anliegen.

Eine Folge, die nichts mit dem Unternehmertum direkt zu tun hat, war mitunter das Entstehen völlig neuer politischer Denkrichtungen, wie dem Kommunismus. Die Frage nach den sozialen Auswirkungen dieser weiteren digitalen Revolution ist bislang unbeantwortet geblieben.Wird das Thema Digitalisierung daher einfach unterschätzt? Im 21. Jahrhundert hat man sich bereits an allerlei technische Änderungen gewöhnt. Dies vor allem unter dem Aspekt, dass der Großteil dem eigenen Komfort dient. 

Bislang ging fast jede Änderung mit einer Arbeitserleichterung einher, scheinbar unerheblich, ob privat oder beruflich. Sollte es jedoch aufgrund der technischen Fortschritte zu Rationalisierungsmaßnahmen kommen, weil die „Leistung aus Menschenhand“ zu teuer oder schlicht nicht mehr zu gebrauchen sein wird, kann das je nach Ausmaß auch politische Folgen mit sich bringen. Eine Rationalisierungswelle würde viele Menschen kurzerhand arbeitslos machen. 

Ob sich protektionistische Maßnahmen des Staates zu diesem Zeitpunkt positiv auswirken ist fraglich. Wie stark sich die Digitalisierung nun doch auswirken kann, wird sich im Laufe der nächsten Jahre und Jahrzehnte noch abzeichnen. Jedenfalls wird vermutlich bald nichts mehr ohne digitaler Unterstützung funktionieren. Immerhin sind nach einer Oxford-Studie 47% aller Berufe in den nächsten Jahrzehnten als riskant hinsichtlich ihrer weiteren Bestandsfähigkeit einzustufen.



Literaturquellen:
 
- Carl Benedikt Frey and Michael A. Osborne, THE FUTURE OF EMPLOYMENT: HOW SUSCEPTIBLE ARE JOBS TO COMPUTERISATION? (2013)
-  Karl-Heinz Land, Digitaler Darwinismus <http://karlheinzland.de/digitaler-darwinismus-executive-summary.pdf> 



© Jugendpolitische Thinktank Progress Austria 2016

© Progress Austria