Internet of Things

Philipp Auer - Dienstag, April 18, 2017
Das IoT und ein kurzer Einblick in dessen Auswirkungen auf unseren Alltag.

Ziel ist es, dem globalen  Netzwerk Daten aus der  realen Welt zur Verfügung  zu stellen. Das können metrologische Daten sein oder auch  Verkehrsaufkommen, die über  automatische Verkehrsmesssysteme aufgenommen werden. 

Aber auch persönliche Daten wie der eigene Puls, der von einer Smartwatch oder einem digitalen Pulsmesser aufgenommen wird. Auch RFID-Tags gehören hier dazu. Um es kurz zusammenzufassen, geht es in erster Linie darum, das Internet mit Daten aus unserem Alltag zu füttern. Wichtig ist hier vielleicht auch noch die Trennung zwischen dem IoT und anderen selbststeuernden oder selbstverwaltenden Systemen, die nur bedingt oder keine Verbindung zum Internet benötigen. Ein Smart-Home muss zum Beispiel nicht mit dem Internet verbunden sein. Hier werden die Daten des Wohnbereichs im eigenen Netzwerk ausgewertet und damit dann die direkte Umgebung beeinflusst, indem auf die jeweilige Situation automatisierte Abläufe folgen. Die obigen Ausführungen erklären zwar schon einmal ganz gut worum es beim IoT geht, aber leider noch nicht wirklich inwieweit dieses nun Einfluss auf unseren Alltag nimmt oder auch mit welchen zukünftigen Zuwächsen wir in diesem Bereich rechnen können. 

Gerade in den letzten Jahren haben sich die Auswirkungen des IoT immer mehr bemerkbar gemacht. Dieser schleichende Prozess ist gerade bei den mobilen Geräten, die wir im täglichen Leben verwenden, immer mehr in den Vordergrund getreten. Gerade in letzter Zeit hat sich der Markt der „Wearables“ (Smartwatch usw.) stark vergrößert. Auch ist ein Rückgang dieses Trends nicht in Sicht. Wir spüren die Auswirkungen dieses Trends auch immer stärker in unserem eigenen Alltag. 

Die meisten, die ein Smartphone besitzen wurden sicher schon von diesem kurz vor dem Losfahren in die Arbeit über die derzeitige Verkehrslage auf ihrem Weg ins Büro informiert. Und genau bei diesem Beispiel treffen wir auf eine der größten Gefahren beim IoT. 

Für alle diese Analysen, die dafür nötig sind werden Daten von uns gesammelt und von einem Algorithmus ausgewertet. Man kann sich nun gut vorstellen was mit diesen Daten noch so alles gemacht werden könnte. Jedoch ist das Thema des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre in diesem Zusammenhang ein Thema, das in einem eigenen Artikel behandelt werden sollte, da ich diesem hier niemals gerecht werden könnte. Dieser Artikel soll ein Denkanstoß sein der dazu bewegen soll darüber nachzudenken, was dieser schnellwachsende Trend für einen selbst bedeutet und wie man damit umgehen will. 

Ich möchte hier zum Schluss anmerken, dass es sich hier um einen wirklich kleinen Auszug und eine Einleitung in dieses Themas handelt. Es gibt dutzende andere Anwendungen und auch sicher noch viele weitere Probleme sowie Vorteile die das IoT mit sich bringt

CRISPR/cas9 – Eine neue Methode revolutioniert die Forschung

Progress Austria - Donnerstag, April 06, 2017

Autorin: Franziska Feyrer

Studium Biologie und Chemie,  

NAWI Technische Universität Graz & Karl-Franzens Universität Graz



CRISPR/cas9 – ein hocheffektives Werkzeug im Dienste der Genmanipulation -  hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre als möglicher ultimativer Durchbruch in  der Erforschung der Ursachen von genetischen Krankheiten erwiesen.

Zielgenaue Erfolge in der Züchtung einer robusteren Rapsart, bis hin zu Veränderungen der genetischen Anlagen menschlicher Embryos suggerieren eine verbesserte, genetisch normierte Welt – in absehbarer Zeit. 


Hinter dem sperrigen Namen der CRISPR-Methode steckt ein biochemischer Vorgang, der es erlaubt, ganz einfach und zielgerichtet einzelne Gene zu verändern und umzuschreiben, das sogenannte Genome Editing. Diese Methode ist nicht neu – sie wurde bereits vor über 40 Jahren in der Virologie entdeckt, woraus man die „Genscheren“ entwickelte, sogenannte Designerenzyme, was ein aufwendiges und teures Verfahren darstellte und eine monatelange Wartezeit in Anspruch nahm. Das hat sich durch die Entdeckung von CRISPR/cas9 nun aber geändert, die neue „Genschere“ lässt sich in wenigen Stunden herstellen. Begonnen hat die Welle der Euphorie in Universitäten und Laboren weltweit mit der Erforschung des Immunsystems von Bakterien. Auch Bakterien werden von Viren, den Bakteriophagen, befallen, welche ihre DNS in die Bakterien einschleusen und nur so zur Vermehrung gelangen können. Mit einem geeigneten Rezeptor docken die Bakteriophagen mit der Schwanzspitze an der Oberfläche der Bakterien an, lösen diese Stelle enzymatisch auf und nach Penetration des Schwanzstiftes injizieren sie ihre DNS durch diesen in das Bakterium, der Kopfteil des Phagenpartikels bleibt nach der Injektion sichtlich leer, aber mit den für die Phagenhülle spezifischen Proteinen zurück. Für die Neusynthese der Viren ist nur die in das Bakterium injizierte DNS von Bedeutung, nicht die Phagenhülle. 

Zur Vermehrung wird nun ein Teil des Syntheseapparates der Bakterienzelle genutzt, wodurch ihre eigenen Möglichkeiten, diese Syntheseketten in ihrem Interesse zu nutzen, beispielsweise zum Wachstum, weitgehend zum Erliegen kommen. 

Die hohe Wirtspezifität der Bakteriophagen machen sich die Bakterien nun durch die CRISPR-Methode zunutze, indem sie die eingeschleuste, zunächst fremde DNA in ihr Erbgut einbauen. Sie prägen sich somit den Erreger ein und erlangen so eine Immunität gegen die Angreifer. Enzyme schneiden einen Teil der Viren-DNS heraus und bauen es in die der Bakterien ein – an eine ganz bestimmte Stelle, den CRISPR-Abschnitt, eine Abkürzung für Clustered Regularly Interspaced Short Palindromic Repeats, also kurze DNA-Abschnitte, welche sich regelmäßig palindromisch wiederholen. Die Zelle übersetzt diese dann in ein RNA-Molekül, die CRISPR-RNA, kurz crRNA. Die crRNA enthält nun Informationen des Virus und des Bakteriums. 

Gemeinsam mit der Tracer-RNA bindet sie nun an ein bestimmtes cas-Enzym, das cas9. Ab jetzt schützt das cas9-Protein die Zelle vor einem erfolgreichen Befall der Viren, denn seine crRNA kann an die entsprechende Stelle der Virus-DNA binden. Daraufhin zerschneidet das cas9-Protein den DNAStrang des Virus und macht ihn so unfähig, sich des Bakteriums als Wirt zu bedienen und damit unschädlich für den Organismus.

Die Entdeckung, dass sich die Tracer- und CRISPR-RNA zu einem Molekül fusionieren lassen, und somit gemeinsam an das cas9-Protein binden, revolutioniert die Genforschung, denn somit können es Wissenschafter leichter herstellen und man kann die fusionierte RNA-Sequenz variieren. Durch diesen Eingriff lässt sich bestimmen, wo das Enzym die DNA schneidet, so kann man an den Schnittstellen der DNA ganz gezielt Gensequenzen ausschalten. Zwar versucht die Zelle, die losen Enden wieder zu komplettieren, wie sie das bei jeder natürlichen Mutation versucht, doch gelingt ihr das nicht immer fehlerfrei, weshalb das Gen nicht mehr abgelesen werden kann. Es können auch komplette Gene ausgetauscht werden. Diese Methode ist preiswerter und effizienter als alle bisher bekannten Verfahren. Die Entdeckung, das CRISPR-Verfahren durch das Enzym cas9 für die Genmodifikation brauchbar zu machen, haben wir dem Team rund um Emmanuelle Charpentier zu verdanken, eine französische Mikrobiologin, Genetikerin und Biochemikerin, welche mit dem Erreger der Mandelentzündung, Streptococcus pyogenes, gearbeitet hat und ihm das Geheimnis der CRISPR-cas9-Methode entlockt hat. Für allein diesen Erfolg im Bereich der Regulationsmechanismen, der Infektionsprozessen und Immunität von pathogenen Bakterien hat man sie bereits mit 18 Auszeichnungen geehrt, an vielen Orten auf der Welt blickt ihr Gesicht von rießigen Plakaten. Bisher waren die Verfahren um Genmanipulation eher ungenau und teuer, somit hatten Eingriffe nur zufällige Folgen und rentierten sich nur bei Massenprodukten wie Mais-, oder Sojapflanzen. Ein programmiertes cas-Molekül findet jedoch zielgenau den Ort, an den es hin soll. So hat man bereits eine robustere Rapsart entwickelt, Hunden mehr Muskelmasse angezüchtet und hofft auf erneuerbare Biokraftstoffe, ertragreichere Pflanzen oder Tiere mit anderen Nutzeigenschaften. 

Nicht nur die Biotechnologie, auch die Medizin setzt große Hoffnungen in die neue Entdeckung. Die neue „Genschere“ verspricht das perfekte Handwerkszeug zu sein. Man versucht mit der neuen Methode Wirkstoffe zu finden, „mit denen man Gendefekte korrigieren kann, langfristig denkt man daran, krankhafte Zellen gegen korrigierte Zellen auszutauschen“, bis dahin sei es aber noch ein weiter Weg, betont der Stammzellenforscher Ulrich Martin von der Medizinischen Hochschule in Hannover. 

Einer der vielen von CRISPR/cas9 beeinflussten Forschungsansätze des letzten Jahres findet sich in der Bekämpfung von Tumorzellen. Man versucht, die T-Zellen, welche Tumorzellen bekämpfen, genetisch umzuprogrammieren, damit sie die bösartigen Zellen erkennen. Erste Erfolge in der Bekämpfung von Tumorzellen mittels programmierter CRISPR-cas9-Enzyme gibt es bereits, allerdings nicht nachhaltig, bei schwarzem Hautkrebs.

Vielversprechend ist aber auch  noch ein anderer Einsatzbereich  der „Genschere“ in der somatischen Zelltherapie für die Suche nach einem Mittel gegen Krankheiten,  die man bisher nicht heilen konnte. Es gibt einen Personenkreis, der gegen das Humane Immundefizienz-Virus (HIV) eine natürliche Resistenz hat. Bei diesen Personen fehlt die spezifische Eintrittspforte in der Zellwand, die das Virus benötigt um in die Zelle eindringen zu können. Es wird nun daran geforscht, in den Blustammzellen der mit HIV infizieren Patienten eben diese Eintrittspforte auszuschalten und diese Zellen dem Patienten zurückführen zu können, sodass die Infektion überwunden werden kann. 

Gelänge dieses Vorhaben, wäre eine Behandlung und Heilung von Patienten mit dieser Infektion denkbar, aber in weiter Ferne, erklärt der Schweizer Molekularbiologe Toni Cathomen vom Universitätsklinikum Freiburg, an dem zurzeit mit ungefähr einer Million solcher manipulierter Zellen gearbeitet wird. Ginge man Richtung Patientenbehandlung, müsse man mit drei Millionen dieser Zellen rechnen – und das pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem 80 Kilogramm schweren Patienten wären das um die 240 Millionen veränderter Zellen, damit ein therapeutischer Effekt erzielt werden kann. Stammzellen sind die Körperzellen, die für die Entwicklung bestimmter Gewebe zuständig sind. Man versucht seit Jahren, Leukämiepatienten dadurch zu heilen, dass ihnen gesunde Stammzellen von anderen Menschen transplantiert werden. Bisher sind die Abstoßungsprobleme von körperfremden Zellen aber groß, dieses Problem könnte man mit der CRISPR/cas9-Methode umgehen. Man forscht daran, körpereigene Zellen genetisch zu verändern und dem Körper nach dem Eingriff die gesunden Zellen zurückzugeben.
Am 1. Februar 2016 wurde um 12:21 Uhr folgende Meldung verbreitet: Die britische Aufsichtsbehörde für Gesundheit hat erlaubt, die Erbanlagen von menschlichen Embryonen gentechnisch zu verändern. Cathy Naikan vom Francis Crick Institut in London erklärt in einem Interview mit dem britischen Sender BBC, man wolle herausfinden, welche Gene essentiell wichtig sind für die Entwicklung im Frühstadium eines Embryos, man bekomme damit Einsicht in die Ursachen von Unfruchtbarkeit oder Fehlgeburten. Trotz dieser harmlos klingenden Begründung zu der Keimbahnforschung war der Aufschrei in der Öffentlichkeit sowie in Forschungseinrichtungen groß, denn die CRISPR-cas9-Methode hat das Potential, durch den irreversiblen Eingriff in das Erbgut die menschliche Spezies durch Weitervererbung nachhaltig zu verändern.

Die Kritik vieler Wissenschafter lautet, die Auswirkungen solcher Eingriffe nicht genau zu kennen und auch die Technologie hinter der Methode noch nicht genau genug erforscht zu haben. Selbst wenn viele Forscher von der Entdeckung begeistert sind, bleibt die Sorge, ob die „Genschere“ nur einmal und nur dort schneidet, wo sie soll. Es besteht ein sogenanntes „Off-Target-Risiko“, das bedeutet, das Protein könnte an der falschen Stelle schneiden und zum Beispiel das Entstehen einer Tumorzelle auslösen. 

Damit sind die Folgen, die ein Eingriff in die Keimbahn haben kann, unüberschaubar, und somit das Züchten von beispielsweise garantiert gesunden „Designerbabys“ noch nicht diskutierbar. Anfang letzten Jahres fand in Washington der International Summit on Human Editing statt, zu dem die National Academy of Sciences und die National Academy of Medicine, die chinesische Academy of Sciences und die britische Royal Society luden. Man diskutierte die neuen Möglichkeiten, die sich durch die CRISPR/cas9-Methode ergeben und kam nach einer dreitägigen Debatte zu folgendem Entschluss: „Die Veränderung embryonaler Stammzellen solle sich nur auf die vorklinische Forschung beschränken, mit den veränderten Embryonen dürfe keine Schwangerschaft hergestellt werden.“ Die Embryos werden nach den Forschungszwecken nach etwa einer Woche vernichtet. Es ist zu befürchten, dass sich nicht alle an die Selbstbeschränkung des Washingtoner Abkommens halten werden, und damit Forscher in Zukunft nicht selbst bestimmen können, was sie mittels CRISPR/cas9 verändern und weitervererben wollen, sollte es genaue gesetzliche Bestimmungen geben. 

Mit der CRISPR/cas9-Methode könnten gestern noch belächelte Zukunftsvisionen morgen schon Realität und Alltag werden, was eine große Verantwortung für die Forschung mit sich bringt. Es bleibt mit Spannung zu erwarten, wann und in welchem Ausmaß diese Entdeckung unsere Welt verändert.



Quellennachweis:
http://www.transgen.de/forschung/2564.crispr-genome-editing-pflanzen.html 
http://www.spektrum.de/news/gentechnik-crispr-erleichtert-die-manipulation/1351915
http://www.zeit.de/2016/27/emmanuelle-charpentier-crispr-gentechnik
http://www.transgen.de/lexikon/1845.crispr-cas.html
http://cdn-storage.br.de/iLCpbHJGNL9zu6i6NL97bmWH_-by/_-OS/9ArH5y8g/020cc6d1-282e-4bc8-8ccc-a308aa1e6dc9_3.mp3  
Fritz Kaudewitz: Molekular- und Mikrobengenetik, Springer-Verlag, 1973, S. 9-14. 

Graz goes smart

Progress Austria - Dienstag, April 04, 2017

Autor: Markus Huber, 

stv. Bezirksvorsitzender der Jungen Wirtschaft Graz, 

Studium Betriebswirtschaft, Karl-Franzens-Universität Graz



 Österreichweit die erste Smart City – die Stadt von morgen.

Smart City ist ein Begriff, der seit den 2000er Jahren von unterschiedlichen Akteuren in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Stadtplanung verwendet wird, um technologiebasierte Veränderungen und Innovationen in urbanen Räumen zusammenzufassen. 

Die Idee der Smart City geht mit der Nutzbarmachung digitaler Technologien einher und stellt zugleich eine 
Reaktion auf die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Herausforderungen dar. Im Fokus stehen hierbei der Umgang mit Umweltverschmutzung, dem demographischen Wandel, Bevölkerungswachstum, Finanzkrise oder Ressourcenknappheit. Breiter gefasst, schließt der Begriff auch nicht-technische Innovationen mit ein, die zum besseren und nachhaltigeren Leben in der Stadt beitragen. 

Dazu gehören beispielsweise Konzepte des Teilens (Share Economy) oder zur Bürgerbeteiligung bei Großbauprojekten. Verschiedene Charakteristika wurden zum Zweck des Vergleichs von Städten im Bereich „Smartness“ definiert: Smart Economy (Wirtschaft), Smart People (Bevölkerung), Smart Governance (Verwaltung), Smart Mobility (Mobilität), Smart Environment (Umwelt) und Smart Living (Leben). Die Potentiale der Smart City entfalten sich erst im Rahmen eines kooperativen Beziehungsgeflechts zwischen Bürger, Stadtverwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Fundamentaler Bestandteil der Smart City ist eine besondere Form der Zivilgesellschaft. Die Bürger, die „Smart People“, werden als besonders kreativ, flexibel, sozial heterogen und vernetzt charakterisiert. 

Die Smart City und ihre Bevölkerung sind interdependent, das heißt, dass das Leben der Bewohner durch technische Innovationen einfacher und besser gestaltet wird, während die Bewohner die Stadt ihrerseits durch Eigeninitiative prägen. Hierzu gehören zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich sozial oder kreativ mit städtischem Raum auseinandersetzen, und politische Entscheidungsprozesse, an denen alle gesellschaftlichen Gruppen teilhaben und so Einfluss auf die Entwicklung ihrer Stadt nehmen können. Seinen Ursprung findet diese Form des politischen Denkens in den städteplanerischen Bewegungen des New Urbanism und Smart Growth. Eine breite Koalitionsbereitschaft sowie das Einbinden von vielen verschiedenen Akteuren sollen zu einer breit gestreuten Vielzahl von Themen führen. Grundsätzlich soll eine Entwicklung „von unten“ stattfinden. Obwohl die Öffentlichkeit in die informelle netzwerkartige Organisation vieler Steuerungsprozesse eingebunden wird, ist sie dennoch kein Entscheidungsträger.

International nehmen Städte wie London, Barcelona und Berlin Vorreiterrollen ein. Und auch die Europäische Union ist auf diesen Zug bereits aufgestiegen: Mit der Gründung einer Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) für Intelligente Städte und Gemeinschaften (“Smart Cities and Communities” - SCC) im Juli 2012 möchte die Europäische Kommission die Entwicklung und Implementierung intelligenter städtischer Technologien vorantreiben. Die Europäische Kommission schlägt vor, Forschungsmittel künftig besser koordiniert zu investieren, um im städtischen Raum Vorzeigeprojekte aus den Bereichen Energie, Verkehr und Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) zu fördern. Die Energie-, Verkehrs- und IKT-Industrien sind aufgefordert, mit den Städten zusammenzuarbeiten und ihre Technologien zu integrieren, um besser auf die Bedürfnisse der Städte einzugehen. 

Innovativen, integrierten und effizienten Technologien wird es somit ermöglicht, sich zu entfalten und den Markt zu durchdringen, während zugleich die Städte in das Zentrum dieser Innovation gerückt werden. Forschungsinvestitionen sollen sowohl von der Industrie als auch von der öffentlichen Hand kommen. Öffentliche Fördermittel sollen aus den Mitgliedsstaaten sowie aus den Programmen der Europäischen Kommission fließen. Mittel aus dem Forschungsrahmenprogramm (künftig: Horizon 2020) werden über jährliche Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen vergeben, davon alleine 365 Mio. Euro für das Jahr 2016. 

In Österreich geht Graz hier voran und will mit dem Smart City-Konzept die Stadt endgültig modernisieren und die Stadt lebenswerter für seine Bewohner machen. Im Jahr 2050 soll Graz mit „Vision Graz 2050“ die Vorzeigestadt in Österreich sein! Zwölf nationale und internationale Partner, darunter AVL List, TU Graz, Energie Graz oder die Holding Graz, bilden unter der Führung der Stadt Graz das Projektkonsortium und realisieren gemeinsam das erste österreichische Smart City-Leitprojekt. Neueste Energietechnologien wie zum Beispiel die Grätzel-Zelle oder Photovoltaik, sollen in den Bereichen Wohnen, Arbeit und Freizeit unser Leben neu gestalten und uns endgültig in die Moderne führen. 2013 wurde vom Grazer Gemeinderat, unter der Federführung von Bürgermeister Siegfried Nagl und der Grazer Volkspartei, die „Smart City“ im Stadtentwicklungskonzept als Grundsatz der Stadtentwicklung beschlossen. Als räumlich geeignet wurden zwei Gebiete in Graz in Betracht gezogen: Graz West, mit dem Umfeld der Waagner Biro Straße und den Reininghausgründen und Graz Süd. Für das Projekt in der Waagner Biro Straße wurden insgesamt 4,2 Millionen Euro an Fördermittel genehmigt, umfasst einen Quartierspark von über 12.000 m², schafft 1000 neue Arbeitsplätze und soll in Zukunft über 3000 Menschen einen neuen Wohnraum bieten. Insgesamt werden über 330 Millionen Euro in diesen Stadtteil investiert. Aushängeschild dieses Projektes soll der sogenannte „Science Tower“ sein. Dieser 60m hohe Turm soll nicht nur Wissenschaft & Forschung beherbergen, sondern soll selbst ein Forschungsobjekt für neue Gebäudetechnologien werden. 

Am ehemaligen Areal der Familie Reininghaus befindet sich das größte noch unbebaute Entwicklungsgebiet der Stadt Graz. Hier soll eine urbane, dichte und energieoptimierte Stadtentwicklung stattfinden. 
Wie wichtig dieses Projekt für die Stadt Graz ist, zeigt der einstimmige Gemeinderatsbeschluss von 2010, der als Grundlage für weitere Entwicklungen in diesem Bereich dient. Generelle Zielvorgaben für dieses Projekt sind unter anderem: die Schaffung einer möglichst kompakten Siedlungsstruktur, eine optimale Grünraumversorgung mit einem hohen Grünflächenanteil, attraktive Fuß- und Radwegverbindungen, eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr oder eine verkehrsberuhigte Quartierserschließung. Besonders herauszu streichen ist das Demoprojekt „Haus der Zukunft“. Der Zuschlag für dieses Projekt ging an die TU Graz. Konkret geht es um Häuser, die mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, und die überschüssige Energie in das kommunale Energienetz einspeist. 

Auf jedem Fall darf man gespannt sein wie Graz es schafft, seinen Altstadtcharme, die gewohnte Lebensqualität und das herzliche Miteinander, das die Stadt zu dem machte, was sie heute ist, mit in die Moderne zu nehmen und all das zu bewahren, was die Stadt so lebenswert für Ihre Bewohner macht. Jedenfalls steht uns Grazern bautechnisch eine sehr spannende Zeit bevor und vielleicht schafft Graz es dieses Mal ja wieder eine Vorreiterrolle für ganz Österreich zu übernehmen. Zu wünschen wär es den Bewohnern dieser Stadt auf alle Fälle!

Die politische Entwicklung der DACHS-Region

Progress Austria - Montag, April 03, 2017

Autor:


Julian Pekler 

Gründer des Think Tank PENTR (www.pentr.org),  

Mitarbeiter der rechtswissenschaftlichen Fakultät,  

Studium Rechtswissenschaften,  Karl-Franzens-Universität in Graz


Die Parteienlandschaft in Slowenien ist wesentlich unsteter als in Österreich, Deutschland und der Schweiz,  Parteien werden wesentlich häufiger ganz neu gegründet, und damit verschiebt sich das politische Gewicht der Parteien oft von Wahl zu Wahl radikal.


Die politische Bühne in der DACHS-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz,  Slowenien) ist uneinheitlich, und doch ist es möglich, einige Gemeinsamkeiten  auszumachen. Während die Lage in Österreich, Deutschland und der Schweiz eher  homogener erscheint, unterscheidet sich Slowenien deutlicher von dem Rest der Region. 

Am besten lässt sich dies am Beispiel der SMC ablesen, die bereits kurz nach ihrer Gründung (!) eine Mehrheit der Stimmen erzielen konnte. Gleichzeitig konnte die stärkste Partei der vorletzten Wahl bei der letzten Wahl in Slowenien nicht einmal mehr in das Parlament einziehen. Das Bild in den DACH-Ländern, also in der Region ohne Slowenien, ist ein wesentlich einheitlicheres: Hier waren in den letzten Jahrzenten fast ausschließlich Großparteien aus zwei verschiedenen Lagern an der politischen Macht, nämlich ein bürgerlich-christlich-konservatives Lager rechts der Mitte und ein sozialdemokratisches Lager links der Mitte. Unterschiedlich stark traten nebenher auch liberale Parteien der politischen Mitte auf, in der Schweiz und Deutschland tendenziell stärker, in Österreich eher schwach. 


Diese „politische Großwetterlage“ ändert sich nun aber immer stärker und radikaler in der DACH-Region. In Österreich und der Schweiz haben sich mit der Strache-FPÖ und der Blocher-SVP zwei Parteien bereits zu den Spitzenreitern in der Wählergunst entwickelt25, die rechtspopulistischen Themen ihren Erfolg verdanken und auch wenig Berührungsängste zur rechtsextremistischen Aussagen an den Tag legen. In Deutschland ist die AfD noch nicht so stark wie die FPÖ und die SVP in den Nachbarländern, doch der Wahl- und Umfragetrend zeigt nach oben. Am anderen Ende des politischen Spektrums, auch (weit) links der Mitte, sind populistische Parteien im Aufwind (wie beispielsweise die Linke in Deutschland). Sogar gemäßigte, weniger populistische Parteien wie die NEOS in Österreich kosten den ehemaligen Großparteien wichtige Prozentpunkte, sodass nur noch von “ehemaligen Großparteien“ die Rede sein kann. Die Ursache dieser Entwicklung wird nach Wahlen gerne kurz und knapp mit der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem politischen Establishment erklärt. Sind die Politiker heute aber wirklich wesentlich schlechter oder gar untätiger als vor einigen Jahren? Für Österreich sind der Regierung beispielsweise mit der Verwaltungsgerichtsbarkeitsnovelle 2012 und der Steuerreform 2015/2016 in den letzten Jahren zwei sehr gewichtige Projekte gelungen.
Meines Erachtens ist eine andere Entwicklung besser geeignet, die generelle Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung zu erklären. Diese Entwicklung ist eine wirtschaftliche, und zwar eine der Weltwirtschaft. Die Weltwirtschaftskrise der Jahre 2007/2008 war eine Finanzkrise mit beachtlichem Ausmaß, wohl die größte derartige Krise seit dem Jahr 1929. Aus der Volkswirtschaft wissen wir, dass Finanzkrisen eine wesentlich stärkere Wirkung auf die Bevölkerung haben, als Krisen in anderen Sektoren (wie zB Rohstoff-, Stahl- oder Energiekrisen). Finanzkrisen führen zu einer Lähmung beinahe aller Sektoren der Wirtschaft, da die Finanzinstitutionen weltweit ihr Eigenkapital aufstocken müssen, und die daraus resultierende Zurückhaltung bei der Kreditvergabe dafür sorgt, dass der Gesamtwirtschaft Kapital für Wachstum und Prosperität fehlt. Dieses wirtschaftliche Klima führt zu steigender Arbeitslosigkeit und in der Folge ganz generell zu steigender Unzufriedenheit. Historisch sei an dieser Stelle daran erinnert, dass neun Jahre nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 der zweite Weltkrieg mit all seinen verheerenden Folgen ausbrach. 

In den letzten Jahren kam zu dieser Stimmungslage der Bevölkerung, die bereits von einem ansteigendem Frust belastet war, auch die Flüchtlingssituation hinzu, die ganz Europa vor eine schwierig zu lösende Aufgabe stellt. Erst in der Zukunft wird sich abschätzen lassen, ob eine kommender wirtschaftlicher Aufstieg wieder dazu führt, dass die neuen „Anti-Establishment-Bewegungen“ Bewegungen wieder zu Gunsten der etablierten Parteien an Stärke verlieren werden, oder ob sich die politische Landschaft in Europa nachhaltig verändert.



Dieser Beitrag basiert auf dem Resümee einer wissenschaftlichen Arbeit des Autors, eingereicht im Sommer 2016.



Internet of Things

Veröffentlicht von: Philipp Auer am Dienstag, April 18, 2017

Das IoT und ein kurzer Einblick in dessen Auswirkungen auf unseren Alltag.

Ziel ist es, dem globalen  Netzwerk Daten aus der  realen Welt zur Verfügung  zu stellen. Das können metrologische Daten sein oder auch  Verkehrsaufkommen, die über  automatische Verkehrsmesssysteme aufgenommen werden. 

Aber auch persönliche Daten wie der eigene Puls, der von einer Smartwatch oder einem digitalen Pulsmesser aufgenommen wird. Auch RFID-Tags gehören hier dazu. Um es kurz zusammenzufassen, geht es in erster Linie darum, das Internet mit Daten aus unserem Alltag zu füttern. Wichtig ist hier vielleicht auch noch die Trennung zwischen dem IoT und anderen selbststeuernden oder selbstverwaltenden Systemen, die nur bedingt oder keine Verbindung zum Internet benötigen. Ein Smart-Home muss zum Beispiel nicht mit dem Internet verbunden sein. Hier werden die Daten des Wohnbereichs im eigenen Netzwerk ausgewertet und damit dann die direkte Umgebung beeinflusst, indem auf die jeweilige Situation automatisierte Abläufe folgen. Die obigen Ausführungen erklären zwar schon einmal ganz gut worum es beim IoT geht, aber leider noch nicht wirklich inwieweit dieses nun Einfluss auf unseren Alltag nimmt oder auch mit welchen zukünftigen Zuwächsen wir in diesem Bereich rechnen können. 

Gerade in den letzten Jahren haben sich die Auswirkungen des IoT immer mehr bemerkbar gemacht. Dieser schleichende Prozess ist gerade bei den mobilen Geräten, die wir im täglichen Leben verwenden, immer mehr in den Vordergrund getreten. Gerade in letzter Zeit hat sich der Markt der „Wearables“ (Smartwatch usw.) stark vergrößert. Auch ist ein Rückgang dieses Trends nicht in Sicht. Wir spüren die Auswirkungen dieses Trends auch immer stärker in unserem eigenen Alltag. 

Die meisten, die ein Smartphone besitzen wurden sicher schon von diesem kurz vor dem Losfahren in die Arbeit über die derzeitige Verkehrslage auf ihrem Weg ins Büro informiert. Und genau bei diesem Beispiel treffen wir auf eine der größten Gefahren beim IoT. 

Für alle diese Analysen, die dafür nötig sind werden Daten von uns gesammelt und von einem Algorithmus ausgewertet. Man kann sich nun gut vorstellen was mit diesen Daten noch so alles gemacht werden könnte. Jedoch ist das Thema des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre in diesem Zusammenhang ein Thema, das in einem eigenen Artikel behandelt werden sollte, da ich diesem hier niemals gerecht werden könnte. Dieser Artikel soll ein Denkanstoß sein der dazu bewegen soll darüber nachzudenken, was dieser schnellwachsende Trend für einen selbst bedeutet und wie man damit umgehen will. 

Ich möchte hier zum Schluss anmerken, dass es sich hier um einen wirklich kleinen Auszug und eine Einleitung in dieses Themas handelt. Es gibt dutzende andere Anwendungen und auch sicher noch viele weitere Probleme sowie Vorteile die das IoT mit sich bringt

Philipp Auer

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© Jugendpolitische Thinktank Progress Austria 2016

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