Die neue Kommunikation von Trump, Kurz und Merkel

Progress Austria - Freitag, August 25, 2017

 

Autorin: Patricia Lackner, BA, studiert Geschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaften auf der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

 

 

 

Kommunikation ist eine der wichtigsten Bestandteile unseres Lebens und erfüllt in unterschiedlichen Situationen verschiedene Aufgaben. Private Kommunikation unterscheidet sich wesentlich von beruflichen Gesprächen, offline kommuniziert man anders als online. Diese zahlreichen Facetten machen Kommunikation zu einem komplexen und gleichzeitig faszinierenden Bestandteil unserer Gesellschaft.

Donald Trump stellte mit seiner Twitter-Kommunikation die Komplexität von Online-Kommunikation auf eine neue Stufe. Politische Entscheidungen und Statements werden via Kurznachrichten in die Öffentlichkeit getragen, ohne einstimmigen Tenor aus dem Hintergrund. Pressekonferenzen, Medienmitteilungen oder andere klassische Kommunikationsmaßnahmen werden in den Hintergrund gestellt und die Social-MediaKommunikation forciert. Das Besondere an der Kommunikation des amtierenden Präsidenten der USA ist, dass er einen sehr aggressiven und teilweise beleidigenden Stil verfolgt. Seine Twitter-Postings werden in der ersten Person singular veröffentlicht und sie enthalten auch keine zusätzlichen Autornamen. Mit Stand August 2017 kann Trump über 36 Mio. Followern und über 35. Tsd. Tweets verzeichnen.

Der Kommunikationsstil der deutschen Kanzlerin Merkel unterscheidet sich wesentlich von Trump. Sie kommuniziert auf Facebook mit ihren rund 2.5 Mio. Fans regelmäßig aber unauffällig. Fotos von Wahlveranstaltungen und Besuchen bilden den Hauptteil des Inhaltes, die Texte sind lang und liefern Erklärungen zu den Bildern und der gesamte Stilist, wie erwähnt, unauffällig. Die Postings sind in der dritten Person singular verfasst und vermittelt eine gewisse Unnahbarkeit, welche durch den Autornamen „Redaktion“ nochmals verstärkt wird.

Sebastian Kurz verfolgt einen modernen Online-Kommunikationsstil in der ersten Person plural und es wird versucht, viele verschiedene Medien einzubauen. Videos,Bilder, geteilte Zeitungsberichte und Zitate, welche als Grafiken dargestellt werden. Es werden den rund 660 Tsd. Fans politische Botschaften, aber gleichzeitig auch Attribute,wie Volksnähe und Verbundenheit zu Österreich, vermittelt.

Wahlen können durch Social-Media-Kommunikation entschieden werden, Trump hat es bereits gezeigt! Wie bzw. ob die Kommunikationsstrategien von Merkel und Kurz die Wahlen wesentlich beeinflussen können, wird der Herbst zeigen.

Worte müssen etwas bedeuten – oder: warum die Politikverdrossenheit immer größer wird

Progress Austria - Montag, August 21, 2017

 

 

 

 

Worte müssen etwas bedeuten – oder: warum die Politikverdrossenheit immer größer wird

Autor: Markus Huber

 

 

 

 

Barack Obama stellt in seinem Buch „Worte müssen etwas bedeuten“ klar, dass Politiker sich Ihrer Aufgabe bewusst sein sollten, den Menschen Zukunftsvisionen, klar definierte Ziele für das Land mit auf den Weg zu geben. Politiker sollten in der Lage sein, die Menschen mit ihren Worten zu erreichen, Hoffnung in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten zu geben. Sie mit sicherer Hand durch schwierige Zeiten führen. Politiker sollten die ersten Diener des Staates und somit des Volkes sein. Wenn man jedoch auf die derzeitige Innenpolitik Österreichs schaut, wird einem schnell klar, dass man Lichtjahre von dem entfernt ist, was man eine konstruktive politische Arbeit nennt. Die Koalition ist komplett zerstritten, man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass jedes Regierungsmitglied einzig und allein das Ziel vor Augen hat die jeweils andere Partei möglichst viel mit populistischem Schmutz zu überhäufen. Fast so, als würde es im Koalitionsvertrag festgeschrieben stehen. Die Opposition ist sowieso das Übel Österreichs und so wird jeder Vorschlag von Blau-Grün-Neos mit (auch wenn schon mit schwindenter) Mehrheit bereits im Keim erstickt. Auf der anderen Seite, lässt natürlich die Opposition keine Chance ungenutzt um die Regierung auf jeden ihrer Fehler hinzuweisen. Ergebnis: Stillstand!

 

Österreich hat zwar die Finanzkrise einigermaßen unbeschadet überstanden, steht aber dennoch vor richtigen Herkulesaufgaben: Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie nie zuvor in der Geschichte der 2. Republik, der Staat ist mit 84,6% des BIP´s verschuldet (im Vergleich dazu ist Deutschland mit „nur“ 68,3% verschuldet). Aufgeteilt auf jeden Erwerbstätigen sind das rund 39,000€. Das Pensionssystem steht vor dem Kollaps und die hohe Steuerlast lässt ein Wirtschaftswachstum kaum noch zu. Fakten die jedem Politiker eigentlich den Schlaf rauben sollten.

 

 

 

Nicht aber so in Österreich! Hier haben die Parteien ganz andere Sorgen. Hier auf der ehemaligen „Insel der Seligen“ überlegt man lieber, wie man den Kanzler als Pizzaboten inszenieren könnte, wie man seine eigene Parteijugend am besten los wird, wie man es auf den sozialen Plattformen am besten schafft, die NS-Zeit zu glorifizieren oder welche neue Parteifarbe es werden sollte um möglichst mit der Vergangenheit abzuschließen und sich davon zu distanzieren. Kurz gesagt: man bewegt sich weit weg von den Problemen der Bevölkerung. 

 

 

 

 

Am Wahlabend ist dann die Ernüchterung und Enttäuschung groß wenn wieder mal ein neuer Tiefstand bei der Wahlbeteiligung erreicht ist. Doch ändert man was? Nein! Man bleibt seinen Prinzipien treu, vergisst vor der Wahl gegebene Versprechen und wundert sich nach einer Weile wenn Trump, Wilders, Le Pen & Co. immer stärker werden. Jedoch ist es nur die Sehnsucht der Menschen nach politischer Veränderung in den jeweiligen Ländern, nach Politikern die wirklich gewillt sind für das Land und seine Bevölkerung zu arbeiten und Verbesserungen herbeizuführen.

 

Ist es schon zu spät für einen politischen Neuanfang? Können wir das Ruder noch rumreißen und das Land in eine positive Zukunft führen? Ich persönlich halte es hier mit Konrad Andenauer der einst sagte: „Man darf niemals –zu spät- sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang.“ Ich hoffe, dass unsere Politiker die Zeichen der Zeit erkannt haben und damit beginnen die wirklich großen Probleme unserer Zeit zu lösen und den Menschen wieder Hoffnung in schwierigen Zeiten zu geben. 

Die Inflation - Teil 1

Progress Austria - Donnerstag, August 17, 2017

Die stille Geldentwertung. In dieser Artikelserie werden wir historische und wissenschaftliche Fakten neben vertretenen Meinungen zum Thema der Inflation zusammentragen, gegenüberstellen und analysieren.

 

 


Traditionsunternehmen werden aufgekauft, Arbeitslose können sich Nächte in Luxushotels leisten, die breite Mittelschicht verliert an Kaufkraft und ein paar wenige gelangen zu großem Reichtum. All das war Realität, verursacht von der Ausartung der allbekannten Geldentwertung – die Hyperinflation.

Das Wort Inflation stammt aus dem lateinischem („inflare“) und bedeutet so viel wie „aufblasen“. Die sich im Umlauf befindliche Geldmenge wird künstlich erhöht, mit der Folge, dass Geld an Wert verliert und die Preise von Waren und Dienstleistungen steigen.  Man bekommt effektiv weniger für die selbe Menge an Geld.

 


„Inflation ist die Hölle der Gläubiger und das Paradies der Schuldner“ – André Kostolany

 


Die Geschichte der Inflation ist etwa genauso alt wie die Geschichte des Geldes. Hat man früher den Edelmetallgehalt von Münzen sukzessive verringert, so ist das bei Papiergeld wesentlich einfacher. Bereits im 9. Jahrhundert soll es in China Papiergeld gegeben haben und auch schon damals gab es die von Gläubigern gefürchtete und Schuldner bejubelte Inflation, denn damals wie heute gibt es einen großen Nutznießer – den Staat. Der Staat kann mithilfe der Inflation seine Schulden verschwinden lassen, indem diese einfach weniger wert sind. Als Konjunkturmotor beflügelt die Inflation zumeist eher kurzfristig die Wirtschaft, der Preis dafür ist der Vertrauensverlust in die Währung und das Risiko der Hyperinflation.

Im Wien der 20er Jahre können sich Menschen, die im Ausland wohl eher finanziell schlecht dastehen, wie in einem Einkaufsparadies fühlen. Arbeitslose Briten können mit ihrem Arbeitslosengeld in feinen Salzburger und Wiener Hotels zur Ruhe finden. Man konnte damals in Wien  nahezu umsonst leben – mihilfe von Derivaten, ausländischem Geld, dessen Wert den der österreichischen Krone binnen der zuvorkommenden Jahre radikal überragte. Immobilien und Luxuswaren gab es zum Diskontpreis. Viele ehemals wohlhabende Persönlichkeiten verarmten oder stürzten gar ins Elend. Doch es wurde auch eine neue Schicht nach oben katapultiert, die der „Inflationsgewinnler“. Rechtzeitig legten diese ihr Vermögen in sichere Anlagen oder auf ausländischen Konten in Fremdwährungen an. Die Bedeutendsten von ihnen waren Camillo Castiglioni und Sigmund Bosel.

Doch nicht nur nach Krisenzeiten gab es Hyperinflation. Um es zu veranschaulichen: In Simbabwe druckte im Jahr 2009 eine Werbeagentur ihre Flyer auf Banknoten – sie waren schlichtweg billiger als normales Papier.

 



--Fortsetzung folgt--



Quellen:

Georg Ransmayr – Der arme Trillionär, Wien 2016, Verlagsgruppe Styria

Hanno Beck/Urban Bacher/Marco Hermann – Inflation Die ersten zweitausend Jahre, Frankfurt am Main 2017, Frankfurter Allgemeine Buch


Die neue Kommunikation von Trump, Kurz und Merkel

Veröffentlicht von: Progress Austria am Freitag, August 25, 2017

 

Autorin: Patricia Lackner, BA, studiert Geschichte, Medien- und Kommunikationswissenschaften auf der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

 

 

 

Kommunikation ist eine der wichtigsten Bestandteile unseres Lebens und erfüllt in unterschiedlichen Situationen verschiedene Aufgaben. Private Kommunikation unterscheidet sich wesentlich von beruflichen Gesprächen, offline kommuniziert man anders als online. Diese zahlreichen Facetten machen Kommunikation zu einem komplexen und gleichzeitig faszinierenden Bestandteil unserer Gesellschaft.

Donald Trump stellte mit seiner Twitter-Kommunikation die Komplexität von Online-Kommunikation auf eine neue Stufe. Politische Entscheidungen und Statements werden via Kurznachrichten in die Öffentlichkeit getragen, ohne einstimmigen Tenor aus dem Hintergrund. Pressekonferenzen, Medienmitteilungen oder andere klassische Kommunikationsmaßnahmen werden in den Hintergrund gestellt und die Social-MediaKommunikation forciert. Das Besondere an der Kommunikation des amtierenden Präsidenten der USA ist, dass er einen sehr aggressiven und teilweise beleidigenden Stil verfolgt. Seine Twitter-Postings werden in der ersten Person singular veröffentlicht und sie enthalten auch keine zusätzlichen Autornamen. Mit Stand August 2017 kann Trump über 36 Mio. Followern und über 35. Tsd. Tweets verzeichnen.

Der Kommunikationsstil der deutschen Kanzlerin Merkel unterscheidet sich wesentlich von Trump. Sie kommuniziert auf Facebook mit ihren rund 2.5 Mio. Fans regelmäßig aber unauffällig. Fotos von Wahlveranstaltungen und Besuchen bilden den Hauptteil des Inhaltes, die Texte sind lang und liefern Erklärungen zu den Bildern und der gesamte Stilist, wie erwähnt, unauffällig. Die Postings sind in der dritten Person singular verfasst und vermittelt eine gewisse Unnahbarkeit, welche durch den Autornamen „Redaktion“ nochmals verstärkt wird.

Sebastian Kurz verfolgt einen modernen Online-Kommunikationsstil in der ersten Person plural und es wird versucht, viele verschiedene Medien einzubauen. Videos,Bilder, geteilte Zeitungsberichte und Zitate, welche als Grafiken dargestellt werden. Es werden den rund 660 Tsd. Fans politische Botschaften, aber gleichzeitig auch Attribute,wie Volksnähe und Verbundenheit zu Österreich, vermittelt.

Wahlen können durch Social-Media-Kommunikation entschieden werden, Trump hat es bereits gezeigt! Wie bzw. ob die Kommunikationsstrategien von Merkel und Kurz die Wahlen wesentlich beeinflussen können, wird der Herbst zeigen.

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