VOM WASSERRAD ZUR DIGITALEN REVOLUTION

Veröffentlicht von: Progress Austria am Dienstag, November 14, 2017

Die Bedeutung repetitiver Arbeiten im Laufe der Zeit

 

 

Autor: Jakob Hohenberger, IT-Unternehmer und Vortragender beim Fladnitzer Kreis 2017

 

Weber, Spinner, Eismann, Briefmaler und Buchbinder sind nur ein paar von etwa 460 Berufen, die es nicht mehr gibt. Telefonisten, Versicherungsfachleute, Bürohilfen und Kraftwagen-Fahrer sind nur ein paar Berufe, die es bald nicht mehr geben wird. Wir befinden uns auf einer Reise, die mit dem Einsatz eines Steins als Werkzeug begann, um Arbeit schneller und besser zu verrichten. Die nächste Momentaufnahme auf unserer Reise war der Einsatz von Tieren als Werkzeug, um mehr Leistung in der Landwirtschaft zu erzielen.

 

Aus vielen schwer körperlich arbeitenden Menschen wurden nun weniger, deren Aufgabe es war die Tiere zu führen. Der nächste Schritt war die Nutzung natürlicher Energiequellen, die schier unendlich schienen. Es war das Wasserrad, das fließendes Wasser selbst hochhob um es in einen Kanal zu gießen, der den Acker bewässert (belegbar datiert auf 400 ac). Etwas später etablierte sich die Nutzung von Windenergie durch Windmühlen. Es dauerte nun bis 1745 bis die Innovation selbst wieder revolutioniert wurde, durch die drehbare Turmhaube, die sich selbst mit dem Wind drehte.

 

Es war der Beginn des Maschinenzeitalters. Der Blick in das Jahr 1764 auf die „Spinning Jenny“ ist der Blick auf den Beginn der technologischen Revolution und der industriellen Revolution. Eine Maschine, betrieben durch menschliche Energie, brachte einen enormen Zuwachs an Produktivität. Es dauerte nur 5 Jahre, bis diese Technologie auch durch Wasserkraft angetrieben werden sollte, im selben Jahr erhielt James Watt ein Patent auf seine Dampfmaschine. 1830 erfand Richard Roberts die erste voll autonome Spinnmaschine, betrieben durch Dampf.
 

1760 wurden etwa 1.300 Tonnen Baumwolle verarbeitet, 1860 waren es bereits 190.000 Tonnen. Zu etwa dieser Zeit, 1837, entstand auch die moderne Rechenmaschine: Analytical Engine. Es dauerte aber bis 1941 bis Konrad Zuse den ersten universell programmierbaren binären Rechner baute. Und es brauchte 19 weitere Jahre, bis dieser die vorgesehene Rechengenauigkeit hatte. Das Computerzeitalter hatte begonnen.

 

1970: Mikroprozessoren und Internet; 1980: Personal Computer; 1990: World Wide Web

 

Prozesse aus der echten Welt, werden sukzessive durch Software gestützt und final voll abgebildet. Es ist eine Frage der Effizienz repetitive Schritte nicht 100 mal zu gehen, sondern einmal durch Software abzubilden (einziges Hemmnis ist der Aufwand diese zu erstellen), und „unendlich“ oft wiederholen zu lassen. Je höher der Grad an repetitiver Arbeit und je stärker die Verbindung zwischen digital und physisch, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass jemand diese Lücke nutzt, um mit gewaltiger Effizienzsteigerung einen Markt zu verändern. Die Märkte werden sich ändern.


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